Arbeiten im Big Apple | Work in the Big Apple

Den Wunsch, für längere Zeit in die USA zu gehen, habe ich schon, seitdem ich mich für ein Studium der Amerikanistik entschieden hatte. Ich wollte gerne einmal mehr Zeit als nur die paar Wochen auf der anderen Seite des großen Teichs verbringen, die ich jährlich zwecks Familienbesuch habe. Nach meiner Zwischenprüfung im Mai 2010 sollte es soweit sein: ein Auslandssemester oder ein Praktikum in New York City. Doch gleich zu Beginn wurden mir einige Steine in den Weg gelegt.

Ever since I decided on studying American Studies at university, I wanted to spend a semester abroad. I wanted to spend more time, than the usual few weeks I have almost every year, due to family visits and such. After my mid-studies finals in May 2010, it was time: a semester abroad or an internship in New York City. But right from the beginning, I encountered problems.

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Da ich auch die amerikanische Staatsbürgerschaft habe, wurde ich von allen wichtigen Stipendienprogrammen ausgeschlossen. Ohne Stipendium ist es schwer und vor allem teuer, an eine US-Uni zu gehen, also suchte ich nach einem Praktikum. Schließlich brauche ich keine Green Card, was ein großer Vorteil ist. Es folgte das nächste Problem: für ca. 90 Prozent der angebotenen Praktika muss man nachweisen, dass ein Praktikum im Studium vorgeschrieben ist. Ist es beim Fach Amerikanistik natürlich nicht. Ich war kurz davor, aufzugeben, bis ich über meine Tante, Professorin an der City University of New York, ein Praktikum als Hilfswissenschaftlerin angeboten bekam.

Im September 2010 landete ich aufgeregt in NYC. Sicher, die Stadt war mir nicht unbekannt, ich würde bei meiner Tante in Brooklyn wohnen und somit also nicht komplett in den kalten Hudson geworfen werden. Trotzdem fühlte es sich diesmal anders an, und ich wusste nicht genau, was mich im Praktikum erwarteten würde.

Meine Ankunft ist nun über zwei Monate her. Seitdem habe ich zahlreiche, aber vor allem verschiedene Aufgaben gehabt: Fotos für Präsentationen gescannt, Recherche-arbeiten zu diversen Themen wie beispiels-weise der Geschichte und Arch-itektur New Yorks gemacht, Bibliografien und Anschreiben erstellt. Erst kürzlich war ich für die Mitbetreuung eines Projekts verantwortlich, in dem sich StudentenInnen und ProfessorenInnen der Stadt New York einer Initiative anschlossen, nachzuweisen, dass sechs Blocks an der Upper East Side zu „historic landmarks“ erklärt werden sollen, da sie sonst abgerissen werden und damit ein Stück historisches NYC verloren gehen würde. Des Weiteren half ich durch Überarbeitung und Verfassen von Texten bei der Anfrage an den Dekan der CUNY für eine Änderung im Lehrplan mit.

Das Praktikum ist, wie ich es mir gewünscht hatte. Meine Aufgaben sind abwechs-lungsreich und ich kann vieles, was ich an der Uni gelernt habe, einsetzen und lerne auch viel Neues dazu. Aber vor allem erlebe ich, wie es ist, in NYC zu leben und zu arbeiten. Bisher war ich nur einige Male an der Uni persönlich; ich arbeite meist von Zuhause aus. Meine Zeit kann ich flexibel einteilen, solange ich die Arbeit pünktlich zur Deadline fertig habe. Manchmal fällt auch was am Wochenende an, dafür habe ich dann einen anderen Tag frei. Dann treffe ich mich mit einer neuen Freundin und wir trinken Kaffee oder entdecken die Stadt.

Letztendlich bin ich sehr froh darüber, hier zu sein. Es ist ein Praktikum der etwas anderen Art und ich habe wirklich das Gefühl, etwas zu machen, ohne dabei die Stadt an sich zu verpassen. Bis Mitte Dezember werde ich bleiben, und ich weiß schon jetzt, dass ich vieles aus dem Praktikum mitnehmen werde, sei es beruflich oder persönlich. Und das ist für mich ein erfolgreiches Praktikum.

(Dieser Artikel erschien unter “Work in the Big Apple” in einem Unimagazin in der Dezember 2010 Ausgabe.)

– English Version (cont.)

Since I also have an American citizenship, I was excluded from all important scholarship programs in Germany. Without a scholarship, it was difficult and expensive to attend an American university, so I started looking for an internship. At least I did not need a green card, which is a huge advantage. Then the next problem occured: for about 90 percent of the offered internships, you needed a confirmation from your university that an internship was madatory for your field of studies. Which, of course, was not the case in my studies. I was about to give up, until I got offered an internship as a student helper for a university professor at the City University of New York.

In September 2010 I landed in NYC. Sure, I knew the city, I would live at my aunt’s apartment in Brooklyn and would not be totally alone. But still, this time it felt different and I did not know exactly what to expect from the internship.

My arrival is now about two months ago. Since then, I have had many but especially different tasks: scanning photos for presentations, research jobs for several topics such as architectual history of New York, write bibliographies and make presentations. Just recently I helped organizing a project that is led by students and professors of the university, which is supposed to prove that six blocks on the upper east side should be named historic landmarks. Otherwise, they will be torn down and in important part of architectual history would be destroyed. Furthermore I helped adjust and reorganize the curriculum for the architectual studies that will be presented to the decan of the university at the end of the term.

The internship is all that I could have hoped for. My duties are very different and I can use many things I learned from my university and apply them to my jobs here, but also learn new things as well. But most of all, I experience how it feels to live and work in New York City. So far I have only been to the university a hand full of times, I mostly work from home or in a café. I can work when and how long I want to per day – as long as I get the work done by a deadline. Sometimes I have to work on the weekends, but then get a day off on another day. On my free days I meet a new friend and we drink coffee or explore the city.

All in all I am really happy to be here. It is a different kind of internship and I have the feeling that I am achieving something, without missing out on this gorgeous city. I will be here until mid-December and I know now already that I will take many experiences back home with me. And that to me, is a successful internship.

(This article was published under the title “Work in the Big Apple” in a university magazine in their December 2010 issue.)