Freundschaft | Friendship

Aktuell bastle ich in meinen Lernpausen an meinen Fotoalben herum und schneide, klebe, designe Fotoseiten. Es ist eine Reise in die Vergangenheit zu den vielen schönen Momenten und Erlebnissen mit meiner Familie und meinen Freunden.

Nach einer Stunde oder zwei, schließe ich das Fotoalbum und lerne weiter. Ich bin zurück in dem hier und jetzt. Doch meine Gedanken kreisen weiter um das Thema Freundschaft.

Currently I am scrapbooking and cut, glue, design photo pages during my study breaks. It is a time travel into the past to the many great moments and experiences with my family and friends.

After an hour or two, I close the scrapbook and continue to study. I am back in the present. But my thoughts still circle around the topic friendship.

(Click for English Version)

Es ist jetzt fast zwei Jahre her, seitdem wir unser Abitur erfolgreich bestanden haben. Und seitdem hat sich viel verändert. Jeder hat eine andere Richtung eingeschlagen: Die einen studieren (ob B.A. in Informatik oder Physik, Lehramt, Medizin oder MA-Amerikanistik), die Anderen machen eine Ausbildung. Dabei sind wir nicht mehr alle in Frankfurt, sondern in Städten wie dieser, Dortmund und Berlin verteilt.

Man sieht sich nicht mehr jeden Tag, wie in der Schule. Die Regelmäßigkeit muss von nun an selbst in die Hand genommen werden. Es gilt, alle zu organisieren, Termine durchzuchecken und dann ein Datum für einen gemeinsamen Abend zu finden. Sicher läuft es immer erstmal auf die ‘Ur-Frankfurter’ hinaus; bei den Anderen heißt es: regelmäßig telefonieren, e-Mailen oder Nachrichten in Social Networks zu hinterlassen.

Doch was ist, wenn sich manche nicht melden? Sie nicht auf organisatorische e-Mails antworten? Und das nicht nur einmal ausversehen, sondern mehrmals. Bleibt der Organisator hartnäckig und bombardiert die Person mit Nachrichten? Nein, eben nicht. Irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem man denkt ‘Ihr / Ihm ist es nicht wichtig.’ und die Person wird aus dem Verteiler genommen. Hart, aber so isses.

Denn mein persönliches Verständnis von Freundschaft ist, dass selbst auch wenn man im Stress ist und kaum Zeit hat, eine Absage oder irgendeine Reaktion zeigen sollte. Das ist nicht nur eine Sache des Respekts, sondern auch das Signal ‘Mir ist die Freundschaft wichtig’. Das gleiche gilt übrigens auch fürs “melden”: Sicher, jeden Tag zu chatten oder zu telefonieren ist ein Ding der Unmöglichkeit, dennoch sollte man sich die Zeit nehmen und sich regelmäßig melden. So weiß die Person: “Der Kontakt ist da”. Ansonsten kann sich das ziemlich schnell verlaufen und der Organisator hat, bei mehrmaligen Wiederholen des Szenarios, keinen Nerv mehr, überhaupt irgendetwas zu organisieren.

Und genau das ist Schade. Jahrelang machte man jeden Mist zusammen, verbrachte Abende in Clubs oder Bars; Nachmittage bei einem zu Hause und schwätzte. Wir sind zusammengewachsen. Zusammen aufgewachsen. Sollen die ganzen gemeinsamen Erinnerungen, Erlebnisse und Tage auf einmal nichts mehr Wert sein?

Veränderungen sind gut und wichtig, dass will ich auch nicht anzweifeln. Doch gerade zwischenmenschliche Beziehungen, wie Freundschaften, sind essentiell für die Entwicklung der Persönlichkeit. Menschen, die in andere Städte ziehen, bauen sich dort ihren “Hauptfreundeskreis” auf. Die, in der Heimat lernen neue Leute kennen durch die Uni, neue Hobbies etc. Doch das sollte nicht heißen, dass man die ‘alten’ Freunde vergisst. Gerade dann, wenn man immer noch in der gleichen Stadt wohnt.

Es gibt kein Rezept für eine gut funktionierende Freundschaft. Am Ende liegt es in den Händen der Beteiligten. Und Freundschaft bedeutet, dass man nicht daran erinnert werden muss, sich zu melden…

(…) Wir sind immer da, auch ohne Grund, weil wir noch Freunde sind (…) aus ‘Freunde’ – Die Toten Hosen

 

– English Version (cont.)

It is now almost two years ago, since we finished high-school. A lot has changed since then. Everyone has started a different path: some study at universities (like Computer Science or Physics, Education, Medicine or American Studies), others do an in-service training. Thereby we are not all in Frankfurt anymore, but also in cities like Dortmund and Berlin.

We do not see each other every day, like before in high-school. The regularity has to be taken into our own hands. Dates have to be planned, everyone has to check their calenders and we have to decide on a specific day. Surely, at first it is only the people that are still in Frankfurt, with the others it means consistent phone calles, emails or messages on social networking sites.

But what to do, when some do not stay in touch? When some do not answer to organizational emails? And not only once, but several times. Does the planner stay consistent and keeps writing emails and such? Nope, he does not. After a while, a point is reached, where the planner thinks “It’s not important to him/her.” and the person is not contacted in group emails anymore. Sounds harsh, but that is how it is.

My personal understanding of friendship is that even when one is stressed and does not have any time, a decline or some kind of reaction should be shown. It is not only a sign of respect, but also the signal ‘Hey, the friendship is important to me.”. This also is applicable for staying in touch as well, by the way: surely, it is very difficult to chat or talk on the phone daily, but one should still take some time and check in regularly. That is how the person knows: the contact exists. Otherwise, it can very fast diminish into nothing at all and the planner, after experiencing this multiple times, does not have the energy or the nerve to plan anything at all anymore.

And that is exactly what is too bad. For years, one did almost everything together, spent nights in bars and clubs, afternoons at home and talked, laughed. We grew together. Grew up together. Are all these mutual memories, experiences and days suddenly not worth anything anymore?

Changes are good and important, I do not want to diminish that fact. But especially relationships, such as friendships, are essential for the development of the personality. People, who move into other cities, build up their ‘main friend circle’ there. Those, who stay in the hometown meet new people through university, new hobbys and so on. But that does not mean that ‘old’ friends should be forgotten. Especially then, when you live in the same city.

There is no recipe for a good friendship. In the end, it comes down to each individual. Friendship means that you do not have to be reminded every time, to keep in touch…

 

(…) Wir sind immer da, auch ohne Grund, weil wir noch Freunde sind (…) (We are always there, even without a reason, because we are still friends) from ‘Freunde’ – Die Toten Hosen