Die Straßen von New York | The Streets of New York

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Ich wache auf, meine Augen bleiben aber geschlossen. Durch das halbgeöffnete Fenster höre ich leise, fast nicht hörbar, das Rascheln der Blätter durch des Windes. Regentropfen fallen sanft auf die Fensterscheibe. Regnet es schon rein? Ich weiß es nicht. Ein lautes Geräusch folgt. Es ist ein Motor, der laut aufheult, wahrscheinlich der eines Schulbusses. Denn nur wenige Sekunden später folgt ein “Bye, Mom” von einem jungen Mädchen. Die Türen des Busses öffnen sich quietschend, schließen sich noch lauter und die Reifen drehen auf der nassen Straße durch, bis der Bus endlich weiter fährt. Die Regentropfen werden lauter. Autotüren knallen zu, ab und zu höre ich das mehrmalige hintereinander Klackern von hohen Schuhen. Und zwar so schnell, dass die Personen anscheinend rennen, um dem Regen zu entkommen. Etwas weiter in der Ferne höre ich ein langes Hupen. Wie die Sirenen eines Rettungswagens das Hupen bei weitem übertönen und wie sie dann immer leiser werden und wieder in der Ferne verschwinden.

Der Regen wird weniger. Aus dem lauten Prasseln ist ein leises Tropfen geworden. Ein Auto, aus dem Hip-Hop Musik schallt, fährt durch die Straße. Ich krieche aus dem Bett heraus, laufe zum Fenster. Was ich sehe sind viele kleine Pfützen. In ihnen liegen grüne, braune und wenige gelbe Blätter. Ich sehe einen kleinen Jungen, wie er grinsend mit Turnschuhen durch die Pfützen springt. Und wie seine Mutter ihn mit den Worten “Will you get out of there, NOW!” aus dem Nassen zerrt. Ein zarter Windstoß kommt und löst einen kleinen Schauer über meine Arme und meinen Rücken aus. Während ich das Fenster schließe, weiß ich: es ist Herbst.

– English Version(cont.)

I wake up, but my eyes stay shut. Through the half open window I hear a quiet, nearly infrasonic, rustling of the leaves through the wind. Raindrops fall softly on the window pane. Is it raining into the room already? I do not know. Then a loud sound. It is a vehicle, gunning its engine, probably from a school bus. Because only a few seconds afterwards a “Bye, Mom” from a young girl follows. The doors of the school bus squeak open, close even louder and the wheels spin on the wet street, until the school bus finally drives on. The raindrops turn louder. Car doors slam shut and I periodically hear the clattering of high heels. And they are so fast that the people are probably running, to get out of the rain. A bit further away in the distance, I hear a long honking of a car horn. How sirens of an ambulance drown out the car horn by far and how they then get increasingly quieter and disappear in the distance again.

The rain starts to stop. The patter of rain has turned into silent drips. A car, from which hip-hop music sounds out, drives through the street. I crawl out of bed, walk to the window. What I see are many little puddles. In them, there are green, brown and some yellow leaves. I see a small boy, how he jumps through the puddles in his sneakers with a big smile. And how his mother pulls him with the words “Will you get out of there NOW!” A slight wind passes and causes me to get a shiver over my arms and back. While I close the window, I know: it is fall.